Johann Jandl

Eisenbahner. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1903    † 1942

 

Herkunft, Beruf, SDAPÖ, KPÖ

Johann Jandl wurde am 31.3.1903 in Muggauberg (Steiermark) geboren. Er war Eisenbahner in Tregist/Voitsberg. Johann Jandl war Mitglied der SDAPÖ und schloss sich 1928 der KPÖ an.

"Rote Hilfe", Bezirkskassier

1939 war Johann Jandl gemeinsam mit Albin Kaiser am Neuaufbau der KPÖ und der "Roten Hilfe" im Bezirk Voitsberg beteiligt. Er agierte als Bezirkskassier.

Verhaftung, Todesurteil, Hinrichtung

Am 14. 7. 1941 wurde Johann Jandl verhaftet, und am 31. 7. 1942 gemeinsam mit Albin Kaiser und Karl Ferdinand Kilzer (beide hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 30.9.1942 wurde er im LG I in Wien hingerichtet.

Aus dem Schreiben des Oberstaatsanwalts in Wien an den Oberreichsanwalt in Berlin über die Vollstreckung des Todesurteils an Johann Jandl, Albin Kaiser und Karl Ferdinand Kilzer, vom 6. 10. 1942

„Die Todesurteile wurden am 30. 9. 1942 vollstreckt, und zwar an Albin Kaiser um 18 Uhr 50, an Johann Jandl um 18 Uhr 54 und an Karl Kilzer um 18 Uhr 42. Vom Zeitpunkt der Übergabe der Verurteilten an den Scharfrichter bis zur Vollzugsmeldung durch diesen verstrichen 8 bis 12 Sekunden. Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten. Die Orts­polizeibehörden in Voitsberg, Tragist und Graz sind ersucht worden, die öffentliche Bekanntmachung, von der sechs Stück anliegen, öffentlich anschlagen zu lassen. Gez. I. StA. Dr. Jaager.“

Gedenkstein

Sein Name findet sich am 1949 enthüllten und vom KZ-Verband gestifteten Gedenkstein bei der Stadtpfarrkirche in Voitsberg,

Gedenkort

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Wiener Landesgerichts findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Die Gedenkstätte auf der Gruppe 40, Zentralfriedhof

Ursprünglich am Wiener Zentralfriedhof, Gruppe 37-45-13, Im März 1966 exhumiert in die Gruppe 40.

Weblinks und Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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